Home Visum Kultur Bildungswesen Wirtschaft und Handel Wissenschaft und Technik
Wir über uns
  Grußwort des Botschafters
  Unsere Abteilungen
  Das Botschaftsgebäude
  Kontakt
Aussenpolitik
chinesisch-österreichische Beziehungen
China im Überblick
Visum
  Bürozeiten
  Mitteilungen
  Visumbeantragung
  Beglaubigung und Legalisation
Websites in Deutsch

  Home > Wissenschaft und Technik
„Das Wichtigste ist Innovation"
2005/10/25

Interview mit dem "Profil"

Yuan Shuguang, Wissenschaftsrat der chinesischen Botschaft in Wien, über Technologietransfer und den wissenschaftlichen Aufbruch in China.

Profil: Warum setzt China verstärkt auf Forschung und Entwicklung?

Yuan: Das wichtigste Wort für uns ist Innovation. Wir brauchen mehr Innovation und mehr Hightech. Wir haben bisher sehr viele intelligente Produkte mit ausländischem Knowhow produziert und dafür hohe Lizenzgebühren bezahlt. Ein bei uns hergestelltes Auto besteht zu 90 Prozen aus ausländischem Knowhow. In Zukunft wollen wir mehr intelligente Produkte erzeugen, die auf eigener Forschung und Entwicklung beruhen.

Profil: Dafür bereitet China gerade einen neuen Forschungsplan vor.

Yuan: Ja, es ist erstmals nicht nur ein Fünfjahresplan, sondern ein mittel- und langfristiger Plan für die Zeit 2006 bis 2020, der bei der großen Versammlung des Staatsrats und der Partei noch in diesem Jahr in Peking veröffentlicht werden soll. Darin spielen Forschung und Entwicklung eine größere Rolle als je zuvor. In diesem Zeitraum wollen wir unser Bruttoinlandsprodukt vervierfachen, das geht nur mit mehr Forschung und Entwicklung.

Profil: Wieviel gibt China derzeit für Forschung aus?

Yuan: Im Jahr 2004 waren es 184 Milliarden Yuan, das sind etwa 18,4 Milliarden Euro, und betrugen 1,35 Prozent des BIP. 1997 war der Vergleichswert nur 0,64 Prozent. Ich schätze, dass unsere Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2010 zwei Prozent des BIP erreichen kann. Früher kamen alle Forschungsausgaben vom Staat, heute kommen bereits mehr als 60 Prozent von Unternehmen.

Profil: Und diese Anstrengungen tragen schon Früchte?

Yuan: Durchaus, was sich am besten in der Zahl der Patentanmeldungen zeigt: Im Vorjahr gab es 66.000 Patentanmeldungen. 18.000 davon wurden genehmigt, das entspricht einer Steigerung der Patentzulassungen von 60 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Das heißt, es gibt eine deutliche Qualitätssteigerung.

Profil: Aber die chinesische Gesellschaft ist nach wie vor eine Agrargesellschaft.

Yuan: Deshalb verfolgen wir eine Umorientierung hin zu einer modernen Technologiegesellschaft durch ein groß angelegtes staatliches Bildungs- und Ausbildungsprogramm. Wir wollen die Dörfer urbaniesieren und die Menschen in Städten zusammen fassen. Die bisherige Agrarstruktur soll durch industrielle Agrarbetriebe mit modernen Agrartechnologien ersetzt werden, die intelligenten Pflanzenbau auf wissenschaftlicher Grundlage und unter beständiger wissenschaftlicher Kontrolle betreiben.

Profil: Das heißt auch Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen in großem Stil?

Yuan: Natürlich, das geschieht ja zum Teil jetzt schon.

Profil: Gibt es dagegen keine Widerstände wie in Europa?

Yuan: Es gibt schon lebhafte Diskussionen, aber Widerstände wie in Europa gibt es nicht.

Profil: China leidet unter Bodenerosion, Wüstenbildung und enormer Luftverschmutzung.

Yuan: Keine Frage, wir stehen vor großen Problemen. Wir kämpfen gegen Rohstoff- und Energievergeudung und treiben die Entwicklung von Alternativenergien wie Wasserstoff und Brennstoffzellen voran. Wir investieren in den öffentlichen Verkehr, wollen die Kernenergie weiter entwickeln und beteiligen uns deshalb an der Fusionsanlage ITER in Frankreich. Und wir wollen die bemannte Raumfahrt vorantreiben, weil sie den wissenschaftlichen Fortschritt vorantreibt.

Suggest To A Friend
  Print
Botschaft der Volksrepublik China in der Republik Österreich All Rights Reserved
http://www.chinaembassy.at