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| Steinskulpturen-Ausstellung findet in Berlin großes Echo |
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| 2004/05/13 |
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„Wir haben Berlin
ausgewählt, die Steinskulpturen aus Qingzhou, die zu
den aufsehenerregendsten Grabungsfunden der letzten Jahre
zählen, zum ersten Male außerhalb Chinas in Mengen
auszustellen, um sie als ein wertvolles Geschenk den 3.
Asien-Pazifik-Wochen bzw. den Berlinern zu
überreichen“, sagte Li Bing, Vizeleiter des
Presseamts des Staatsrats in seiner Rede zur
Ausstellungseröffnung, die am 19. September, abends um
7.00 Uhr (lokaler Zeit), im Alten Museum Berlins stattfand.
Die Exponate seien wunderschön und
die Ausstellung der kostbaren Steinskulpturen hier in Berlin
sei nichts anderes als eine Begegnung der westlichen
Götter der Antike und Heilsgestalten des Fernen Ostens,
ein Dialog zwischen den beiden Kulturen und nicht zuletzt
ein Austausch der Gefühle beider Völker, was
sicher zum gegenseitigen Kennenlernen und Verständigen
zwischen beiden Seiten beitragen werde, sagte Klaus
Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, in
seiner Ansprache.
Laut Zhang Wenbin,
Leiter des Staatlichen Hauptamts für Denkmalschutz,
entdeckte man 1996 auf dem Gelände des ehemaligen
Longxing-Tempels in Qingzhou einen Hort von mehr als 320
buddhistischen Steinskulpturen. Eine rechteckige, 8,7 x 6,8
Meter große Grube, nur eineinhalb Meter unter dem
heutigen Erdniveau, barg die in mehreren Lagen
aufgeschichteten zerbrochenen Statuen und Stelen. Sie wurden
dort in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts –
offenbar in einem Akt buddhistischer
Frömmigkeit—ehrenvoll „bestattet“.
Viele der Skulpturen sind fast vollständig erhalten
oder konnten aus wenigen Bruchstücken wieder
zusammengesetzt werden. Sie weisen oftmals gut erhaltene und
reiche alte Farbfassungen sowie Vergoldung auf und stammen
überwiegend aus dem 6. Jahrhundert.
Die diesmalige Ausstellung
präsentiert auf rund 700 qm Ausstellungsfläche 35
Votivstelen, Buddha- und Bodhisattva-Statuen sowie
Buddhaköpfe, die während der Herrschaft
nordchinesischer Dynastien, der Nördlichen Wei
(386-534), der Östlichen Wei (534-549) und der
Nördlichen Qi (550-577), entstanden. Zu den
Darstellungen auf den blattförmigen, zugespitzten
Aureolen der Stelen zählen engelhafte, fliegende
Gestalten, himmlische Musikanten und wundersame fliegende
Stupas, ebenso auch Drachen, aus deren Mäulern
Lotosblüten emporranken.
Wie
selten zuvor, machen diese Skulpturen anschaulich, welch
reiche Farbigkeit ihnen ursprünglich zueigen war, da
sich Farbpigmente und Vergoldung vielfach gut erhalten
haben. Der subtile goldene Glanz, der von seinem Körper
ausgeht, zählt zu den bedeutungsvollsten
„Schönheitsmerkmalen“ Buddhas. In den
buddhistischen Texten werden zweiunddreißig
„Schönheitsmerkmalen“ aufgeführt, die
seine transzentrale Natur kennzeichnen.
Mit der „Rückehr des
Buddha“ gelangen erst vor wenigen Jahren
wiederentdeckte Schätze religiöser Kunst aus China
nach Berlin, die ein neues und facettenreicheres Bild von
der Hochblüte chinesischer Plastik entwerfen.
„Die Figuren sind fein und
einmalig“, sagte Herr Dr. Dieter J. Dreier begeistert,
„Ich konnte mir es einfach nicht vorstellen, wie die
Chinesen zur damaligen Zeit sowas anfertigen konnten.“
Herr Dreier ist ein Hausarzt, der diesmal mit seiner Frau
und beiden Jungen extra von München hierher gefahren
ist, um diese Ausstellung anzuschauen.
Der pensionierte Kulturreferent Heinz
Jentner teilte uns mit, er hatte zusammen mit seiner Frau
die Buddhafiguren zweimal angeschaut, die ihn sehr tief
beeindruckten, und zwar hatte er sich früher nur
für griechische Steinskulpturen interessiert.
Die Eröffnungszeremonie wurde vom
Prefessor Dr. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, geleitet. Anwesend
waren ebenfalls Dr. Ludger Volmer, Staatsminister im
Auswärtigen Amt und Dr. Herbert Butz, Stellvertretender
Direktor des Museums für Ostasiatische Kunst. Sie haben
auch je eine Rede gehalten.
Die
Ausstellung der buddhistischen Steinskulpturen, die von dem
Staatlichen Hauptamt für Denkmalschutz Chinas und der
Stiftung Preußischer Kulturbesitz gemeinsam
veranstaltet geworden ist und unter der Schirmherrschaft des
Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Dr.
Johannes Rau und des Staatspräsidenten der
Volksrepublik China Jiang Zemin steht, wird in Berlin im
Rahmen des CHINA FESTES und der 3. Asien-Pazifik-Wochen bis
zum 18. November gezeigt.
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