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| Die chinesische Kultur im 21. Jahrhundert |
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| 2004/05/13 |
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1999 fand in Paris und im vergangenen Jahr in
den USA eine Ausstellung über die chinesische Kultur
statt. 2000 Jahre alte Terrakottafiguren, Trachten aus der
Tang-Dynastie vor 1300 Jahren und Beispiele aus der modernen
Lebenswelt der Chinesen boten den westlichen Besuchern eine
Gelegenheit, sich mit der chinesischen Kultur vertraut zu
machen. Der Austausch der chinesischen und westlichen
Kultur, die Abhängigkeit der populären und
elitären Literatur spielen eine entscheidende Rolle in
der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Das entspricht
genau der Kulturpolitik der chinesischen Regierung im neuen
Jahrhundert. Kulturminister Sun Jiazheng gibt im folgenden
einen Überblick über die Entwicklung der
chinesischen Kulturpolitik im neuen
Jahrhundert.
- Die
Redaktion
Der Ausgangspunkt der chinesischen
Kulturpolitik im neuen Jahrhundert besteht darin, den
breiten Volksmassen zu dienen , damit die wachsenden
Bedürfnisse des Volkes im Bereich der Kultur befriedigt
werden und die breiten Volksmassen ihre Kulturrechte voll
genießen können. Seit der Einführung der
Reform- und Öffnungspolitik und der Umgestaltung des
Wirtschaftssystems 1978 hat die chinesische Gesellschaft
vielseitige und tiefgreifende Veränderungen erlebt. In
dieser Situation hat die chinesische Regierung eine Reihe
von Maßnahmen zur Entwicklung des Kulturwesens sowie
zur Fortentwicklung von Kultur und Kunst
ausgearbeitet.
Im Laufe der
20jährigen Reform und Öffnung haben die Wirtschaft
und das Kulturwesen Chinas große Fortschritte gemacht.
Die einfachen Chinesen sind die größten
Nutznießer. Innerhalb von 20 Jahren ist die Zahl der
chinesischen Zeitungen von 186 auf 2038, und die der
Zeitschriften von 930 auf 8187 in die Höhe geschnellt.
Die Zahl der Fernsehstationen ist um 20fache gestiegen. Die
Sendezeit beträgt wöchentlich 70 000 Stunden bei
wachsender Programmvielfalt.
1999 besaßen
91,6% der chinesischen Familien einen Fernseher. Die
Einwohner in den abgelegenen Gebieten in der Mitte und im
Westen Chinas können ebenso wie die Bewohner in den
großen Städten wie Beijing und Shanghai die
wichtigen Ereignisse im In- und Ausland durch das Fernsehen
erfahren und sich die Live-Übertragungen von
Darbietungen bekannter Künstler anschauen.
China hat eine Bevölkerung von 1,2
Milliarden. Dank der Reform- und Öffnungspolitik hat
die chinesische Regierung die Ernährungsfrage der
chinesischen Bevölkerung (1/4 der Weltbevölkerung)
erfolgreich gelöst. Die breiten Volksmassen
genießen nun immer mehr Kulturrechte und die
Kulturveranstaltungen sind immer vielfältiger
geworden.
Die chinesische Nation hat im Laufe
ihrer langen Geschichte eine eigene Kulturtradition
geschaffen. Mit dem Wandel der Zeiten und dem Fortschritt
der Gesellschaft hat sie das Nützliche entwickelt und
das Unbrauchbare verworfen. Als Lebensader der chinesischen
Nation hat sich diese Kulturtradition bis heute fortgesetzt
und tiefen Einfluß auf die Wertvorstellungen und die
Lebensweise der Chinesen sowie die Entwicklung Chinas
ausgeübt. Das Kulturerbe zu schützen ist eine
dringende und wichtige Aufgabe beim kulturellen Aufbau
Chinas im neuen Jahrhundert.
Im neuen
Jahrundert wird die chinesische Regierung alle Länder
unterstützen, ihre eigene Kultur zu entwickeln.
Insbesondere soll die Kultur der wirtschaftlich
unterentwickelten Länder und Gebiete geschützt
werden, damit die Kulturlandschaft der Welt auch im Zuge der
wirtschaftlichen Globalisierung vielfältig bleibt. Die
chinesische Regierung will die Kulturtradition der
chinesischen Nation fortsetzen und die Kultur der
chinesischen Nation mit ihren eigenen
Besonderheiten weiterentwickeln, damit sie in der Welt auf
eigenen Füßen stehen kann.
Im neuen
Jahrhundert wird großer Wert auf die Erneuerung der
chinesischen Kultur gelegt. In Zukunft will die chinesische
Regierung mehr Verantwortung für die Entwicklung der
chinesischen Nation und der Zivilisation der Menschheit
übernehmen. Sie wird Gerechtigkeit, Demokratie und
Wissenschaft fördern, und Vorurteil, Diskriminierung,
Rückständigkeit und Aberglauben bekämpfen
sowie alles, das den Fortschritt der Nation und die
Entwicklung der menschlichen Zivilisation hemmt. Als
wichtiger Bestandteil der Weltkultur will die chinesische
Kultur für eine schöne Lebenswerte-Zukunft der
Menschheit eintreten.
Den Austausch im Bereich
der Kultur mit dem Ausland zu erweitern ist eine konsequente
Politik der chinesischen Regierung. Im 21. Jahrhundert wird
die Kultur eine immer wichtigere Rolle bei den
internationalen Beziehungen spielen. Deshalb ist es
erforderlich, den Austausch und die Zusammenarbeit im
Bereich der Kultur zwischen verschiedenden Ländern zu
entfalten. Die Entwicklung der chinesischen Kultur ist von
den gemeinsamen Errungenschaften der Zivilisation der
Menschheit nicht zu trennen. Die Öffnungspolitik ist
nicht nur eine grundlegende Politik beim wirtschaftlichen
Aufbau Chinas, sondern auch eine grundsätzliche
Leitlinie beim kulturellen Aufbau Chinas in der modernen
Zeit.
Zur Zeit hat die chinesische Regierung
430 Verträge mit 123 Ländern über die
Zusammenarbeit im Bereich der Kultur unterzeichnet. Sie
führt mit über 160 Ländern und Gebieten einen
Kulturaustausch durch und unterhält ständige
Verbindungen mit über 1000 ausländischen und
internationalen Kulturorganisationen. Der kulturelle
Austausch mit dem Ausland berührt Literatur, Kunst,
Denkmalschutz, Verlag, Museum, Presse, Sport, Bildung,
Wissenschaft und Technik, Tourismus, Religion usw.
Zahlreiche ausländische literarische und
sozialwissenschaftliche Werke sind ins Chinesische
übersetzt. Viele ausländische Künstler und
Kunstwerke sind in China vorgestellt worden. In den letzten
Jahren hat das Kulturministerium Chinas das
"Internationale Jahr der Symphonie", das
"Internationale Jahr der Oper", das
"Internationale Jahr für bildende Kunst" und
das "Internationale Jahr für Volksgesang und
-tanz" veranstaltet, an denen bekannte Künstler
aus etwa 100 Ländern und Gebieten teilgenommen haben.
Solche Veranstaltungen stoßen bei den Chinesen auf
starkes Interesse.
Im Gegenzug haben
chinesische Künstler erfolgreich an internationalen
Kunstfestivals teilgenommen. Das alles zeigt, daß der
Bereich der Kultur nach Außen hin
geöffnet worden ist.
Im November des
vorigen Jahres hat China mit den USA Vereinbarungen
über den Beitritt Chinas in die WTO getroffen. In
diesem Jahr hat die chinesische Regierung mit der EU
verschiedene kulturellen Abkommen geschlossen. Nach dem
Beitritt in die WTO wird die Öffnung Chinas weiter
verstärkt. Hier muß darauf hingewiesen werden,
daß die Kulturindustrie Chinas noch keinen
nennenswerten Umfang besitzt und das Marktsystem noch nicht
vollständig ausgeprägt ist. Deshalb steht China
nach dem Beitritt in die WTO vor großen
Herausforderungen. Trotzdem ist die chinesische Regierung
voller Zuversicht.
Die Öffnung des
chinesischen Kulturmarktes bietet ausländischen
Anbietern zwar vielfältige Chancen, doch nur
Kulturprodukte von guter Qualität, die die chinesischen
Gesetze und gesetzlichen Bestimmungen beachten, der
chinesischen Lage und dem Willen der Chinesen entsprechen
sowie günstig für die körperliche und
seelische Gesundheit der Chinesen sind, sind auf dem
chinesischen Markt konkurrenzfähig. Die chinesische
Regierung heißt alle Unternehmer aus der ganzen Welt
herzlich willkommen, in den Kulturmarkt Chinas zu
investieren - gleichberechtigt und von gegenseitigem Nutzen
getragen.
China braucht die Welt. Die
chinesischen Medien berichten täglich über die
Entwicklung und die Veränderungen in der Welt,
über die politischen, wirtschaftlichen,
wissenschaftlichen und technischen sowie kulturellen
Entwicklungen in den USA und in Europa. Die
Verschiedenartigkeit der Kulturen zu respektieren, die
friedliche Koexistenz und den Austausch zwischen ihnen sowie
ihre gemeinsame Entwicklung zu fördern ist ein
konsequenter Standpunkt der chinesischen
Regierung.
China ist ein Land mit verschiedenen
Nationalitäten. In der langen Entwicklungsgeschichte,
in der gemeinsamen Arbeit sowie im Kampf gegen die
ausländische Aggression mit der Vereinigung des Landes
und mit der Geschlossenheit der chinesischen Nation als Ziel
haben die Chinesen die chinesische Kultur geschaffen. Sie
haben einen breiten geistigen Horizont entwickelt, mit dem
sie das Gemeinsame suchen und dabei Unterschiede bestehen
lassen, so daß die chinesische Kultur bis heute
überliefert ist und voller Vitalität in die
Zukunft blickt.
Auch im Zuge der
wirtschaftlichen Globalisierung im 21. Jahrhundert wird die
lokale Kultur ihren Platz in der Welt haben. In der Zukunft
wird es immer mehr Gemeinsames im Bereich der Kultur der
Menschheit geben, aber das bedeutet nicht, daß die
Weltkultur einseitig sein wird. Die chinesische Regierung
tritt für die Mannigfaltigkeit der Weltkultur ein. Alle
Nationalitäten in der Welt sollen die eigenen
Besonderheiten ihrer Kultur beibehalten und sich für
die kulturelle Entwicklung der Menschheit verpflichten. Wir
als Gestalter der Kulturpolitik sollen über einen
weiten geistigen Horizont verfügen und dem gemeinsamen
Schicksal der Menschheit große Aufmerksamkeit schenken.
Von den Bedürfnissen der Entwicklung der Menschheit
ausgehend forschen wir dem Aufbau der Kultur im neuen
Jahrhundert nach und fördern den Austausch im Bereich
der Kultur auf der Basis der Gleichberechtigung
verschiedener Länder.
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