| Hochschulbildung |
|
|
| 2004/05/13 |
|
Nach fortwährenden
Reformen seit 1978 hat sich in China ein Hochschulsystem
herausgebildet, das verschiedene Stufen und Arten und
vielerlei Fachrichtungen umfaßt und der
volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung
entspricht. Die Zahl der allgemeinen Hochschulen und
Universitäten nahm von 598 im Jahr 1978 auf 1071 im
Jahr 1999 zu. Mit der weiteren Vertiefung der Reform des
Hochschulverwaltungssystems hat die Hochschulbildung eine
große Entwicklung erfahren. Seine Effizienz wurde
erheblich erhöht, die Fachrichtungen vervollkommnen
sich ständig. Eine große Anzahl hochqualifizierter
Spezialisten wurde bereits ausgebildet.
In den
letzten Jahren erlebten die von Hochschulen betriebenen
Unternehmen, die sich auf die wissenschaftliche Forschung
stützen, einen schnellen Aufschwung. Ihre Produkte von
hohem technischen Niveau haben bereits auf dem Weltmarkt
Fuß gefaßt. Der Staat setzte seine Kräfte
dafür ein, das "Projekt 211" in die Tat
umzusetzen, d.h. bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts 100
Schwerpunkt-Hochschulen aufzubauen,die das fortschrittliche
Weltniveau erreichen.
Inzwischen ist die erste
Phase des "Projekts 211" fast abgeschlossen.
Aufgrund gemeinsamer Überprüfungen durch die
zuständigen Abteilungen wurden in den vergangenen
fünf Jahren 100 Hochschulen und Universitäten aus
dem ganzen Land ausgewählt und fast 600
wissenschaftliche Schwerpunktprojekte auf den Weg gebracht.
Es sind dies Projekte der Bereiche Geisteswissenschaft,
Gesellschaft, Basiswissenschaft, Ressourcen und Umwelt,
elementare Industrie, Spitzentechnologie, Pharmazie und
Gesundheitswesen. Die zweite Phase des Projekts soll in den
kommenden fünf Jahren verwirklicht werden. In dieser
Zeit werden die Investitionen in diese Hochschulen und
Universitäten weiter ausgebaut, um den Aufbau einiger
nach internationalem Standard erstklassigen Hochschulen und
Universitäten zu schaffen. Dieses Ziel soll um das Jahr
2010 erreicht werden.
Mit der Errichtung des
sozialistischen Marktsystems und der Vertiefung der Reformen
wird das Hochschulbildungssystem in der Weise reformiert,
daß Aufbau und Verwaltung des Hochschulsystems zwar vom
Staat einheitlich geplant und kontrolliert werden, die
Hochschulen aber entsprechend den Bedürfnissen der
Gesellschaft eigenverantwortlich handeln. Nach jahrelangen
Bemühungen wurden inzwischen Fortschritte im
Bildungsbetrieb, in der Verwaltung, im Investitionssystem
sowie im Personalsystem und Verteilungssystem der
Hochschulen gemacht. Nachdem das Zentrale Institut
für angewandte Kunst 1999 in die
Qinghua-Universität integriert worden war, wurden 2000
die Peking-Universität mit der Beijinger Medizinischen
Hochschule vereinigt und die neue Peking-Universität
gegründet. Anfang 2000 veröffentlichte der
Staatsrat den "Standpunkt über die weitere
Beschleunigung der Reform der vergesellschaftlichten
Logistik der Hochschulen", in dem festgestellt wurde,
daß die Logistik der meisten Hochschulen von 2000 an
innerhalb von ca. drei Jahren von der Gesellschaft getragen
werden soll. Der Schwerpunkt der Reform liege in der
logistischen Reform des Lebens von Studenten. Hinsichtlich
des Kapitaleinsatzes für den Neubau von Studentenheimen
und anderen Dienstleistungseinrichtungen solle man sich
hauptsächlich auf die öffentlichen Kräfte
stützen und sie in vollem Maße nutzen. Die
Zentralregierung und die Regierungen der Provinzen und
Städte sollen dabei notwendige finanzielle
Unterstützungen gewähren. Alle Studentenheime und
anderen Dienstleistungseinrichtungen müssen nach
einem neuen Mechanismus betrieben und verwaltet werden. Weit
gediehen sind die Reformen des Zulassungssystems und
hinsichtlich der Beschäftigung von Absolventen. Zur
Zeit wird das Zulassungssystem dahingehend reformiert,
daß nun die neuen Studenten unterschiedslos einheitlich
aufgenommen werden und Studiengebühren zahlen. Die
Hochschulen gewähren armen Studenten Studienkredite.
Mit der Vervollständigung des Personalsystems wird
bezüglich der Beschäftigung von Absolventen
hauptsächlich die Methode angewendet, daß die
Hochschulen und die betreffenden Stellen, die Absolventen
aufnehmen wollen, miteinander direkt in Verbindung treten,
damit beide Seiten eine freie Wahl haben. Ein
Beschäftigungssystem, bei dem die Absolventen unter der
Anleitung der Beschäftigungspolitik des Staates
selbständig ihre Arbeitsplätze wählen, wird
schrittweise in die Tat umgesetzt. Daneben gibt es weiterhin
Studenten, z.B. Stipendiaten, die nach dem Studium an
spezielle Dienststellen vermittelt werden.
Die
Ausbildung der Postgraduierten hat eine beispiellose
Entwicklung erlebt. Vor 1949 war die Ausbildung hochrangiger
Fachkräfte in China vor allem auf das Ausland
angewiesen. Der Umfang der Ausbildung von Postgraduierten im
Inland war sehr gering. Nur ganz wenige Hochschulen und
Universitäten konnten eine sehr beschränkte Anzahl
von Postzugraduierenden aufnehmen. Zusammengerechnet wurden
etwa an 200 Studenten Magister- und Diplomtitel vergeben. Es
gab damals keinen Doktortitel. 1979 wurden dann akademische
Grade in China eingeführt. Ein Jahr später wurden
die Bestimmungen über akademische Grade
veröffentlicht und eine Kommission für akademische
Grade, die aus namhaften Wissenschaftlern besteht, ins Leben
gerufen. Die Ausbildung von Postgraduierten trat Schritt
für Schritt in eine neue Periode dynamischer
Entwicklung. 1978 gab es 63 000 Bewerber für ein
Postgraduierten-Studium, und nach strenger Prüfung
wurden 10 000 davon aufgenommen. 1998 wurden in China 8957
Doktor- und 38 051 Magistertitel vergeben. Im Jahr 2000
werden im ganzen Land ca. 120 000 Postzugraduierende
aufgenommen, das bedeutet eine Zunahme von 30%
gegenüber dem vorigen Jahr.
An
chinesischen Hochschulen studieren nicht wenige
ausländische Studenten. 1998 wurden 43 084 Studenten
aus 164 Ländern aufgenommen. Zugleich schickt China
auch jährlich Studenten ins Ausland. 1998 wurden 23 000
chinesische Studenten ins Ausland geschickt.
|
|