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Das Botschaftsgebäude
2010/08/17

Die Botschaft der VR China in der Republik Österreich befindet sich in Metternichgasse 4 im 3. Bezirk Wien, in der Nähe des Belvedere. Diese Metternichgasse wurde nach einer historischen Persönlichkeit ernannt: Klemens Wenzel Lothar von Metternich.

Metternich wurde als Sohn des wenig begabten Diplomaten Franz Georg Karl Graf Metternich-Winneburg-Beilstein in Koblenz geboren. Durch die Flucht der Familie 1794 kam er nach Wien, heiratete in erster Ehe die Enkelin des ehemaligen Staatskanzlers Wenzel Anton Fürst von Kaunitz-Rietberg und trat in den diplomatischen Dienst ein. 1801 wurde Metternich österreichischer Gesandter in Dresden, anschließend in Berlin (1803 - 1805), und von 1806 bis 1809 vertrat er die Interessen des Kaiserreichs Österreich in Paris. Am 8.Oktober 1809 wurde Metternich zum Außenminister, Ende Jänner 1810 auch zum Staatskanzler ernannt. Als einer der Hauptakteure der antinapoleonischen Koalition übernahm er als Präsident des "Wiener Kongresses" die Lenkung der europäischen Politik. Als "Kutscher Europas" stieg sein Einfluss am Wiener Hof immer mehr an. Für drei Jahrzehnte prägte Metternich danach die Politik in Österreich und auch in Europa.

Obwohl Metternich sich teilweise gegen bestimmte Maßnahmen des Polizeipräsidenten Sedlnitzky wandte, galt er in der Öffentlichkeit als die Verkörperung der antiliberalen und antinationalen Kräfte. Dagegen wurde Kolowrat, der während der Zeit des Vormärz in wesentlich stärkerem Maße für die politische Repression verantwortlich war, sogar als liberal angesehen. Im Schweizer Sonderbundskrieg von 1847 trat Metternich für eine Unterdrückung der protestantisch-liberalen Kantone ein. Der Sieg der liberalen Kräfte bedeutete eine schwere Niederlage Metternichs. Im Zuge der liberalen Märzrevolution in Österreich und den meisten anderen Staaten des Deutschen Bundes sowie weiterer europäischer Fürstentümer gelang es der revolutionären Bewegung in Wien, Metternich am 13. März 1848 zur Abdankung und zum Verlassen des Landes zu zwingen. Er floh nach London, kehrte aber 1851 nach Wien zurück. Bis zu seinem Tode im Jahre 1859 beriet er die österreichische Regierung unter Kaiser Franz Joseph I.

Hier war früher der private Garten zu der Residenz Metternichs. Nach seinem Tod wurden die Residenz und der Garten verkauft. Der Pfad im Garten wurde zu einer Gasse, also der heutigen Metternichgasse umgebaut. Hier wurden dann viele Gebäuden für Adelsfamilien erbaut.

Das heutige Botschaftsgebäude mit einer Grundfläche von 1433 m2 war früher die Residenz eines österreichischen Bankers. Im Jahre 1972 hat China kurz nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Österreich am 28. Mai 1971 das Gebäude gekauft.

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